Trauerbewältigung – Wenn das Seelenpferd geht…

Trauerbewältigung – wenn ein Freund geht
 
Wer behauptet: „Es war doch nur ein Tier,…“ – der hat nie erlebt und verstanden, dass uns Tiere oft mehr geben als die meisten Menschen. Ich durfte das kurz erleben.

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Tiere sind ehrlich, lieben bedingungslos, sind da, verlangen nichts.
Manche Tiere sind dann zusätzlich ganz besonders für uns Menschen. Ich hatte dieses EINE besondere Pferd für mich.

 

Alles was bleibt ist die Erinnerung, langsam wird mir klar dass nichts mehr ist wie es war und niemals mehr so werden wird.

Warum??? Warum ausgerechnet er? Warum so jung? Warum wieder mein Pferd? Was kann ich noch ertragen bevor ich breche? Wie stark muss ich noch sein?
Solche Gedanken habe ich natürlich, völlig normal, nur bringen mich die nicht weiter.

Gar nichts ist gut – im Gegenteil: es ist eine RIESENGROSSE KACKE!
Nichts ist gut und es wird auch nicht mehr gut werden.
Es ist wie es ist.
Es ist kein böser Albtraum aus dem ich einfach aufwache und alles ist wieder gut.
Es ist nicht zu ändern.
Ich muss es einfach akzeptieren und damit weiterleben. Was bleibt mir auch anderes übrig?

Keine Sorge, ich bin schon groß, ich werde wieder aufstehen und ich bin auch für mein Kind da und ich bin auch stark für mein Kind – er ist das Wichtigste.

Mein Freund ist gegangen und er war nicht nur ein Pferd.
Lego war sehr besonders, anders für mich, ohne Bedingungen, einfach mein Seelenpferd, mein Ruhepol, mein kleines Glück, ein wahrer Freund,…
Einfach ganz besonders, jeder der ihn kennengelernt hat hat das gespürt… viel zu kurz war unser gemeinsamer Weg und ich kann es einfach nicht verstehen.

Ich bin so unglaublich traurig und muss so stark sein… werde ich auch.
Im Moment ist es halt einfach scheisse schwer.
Es gibt nichts schönzureden – die Trauer sitzt tief.
Ich weine sehr viel und lasse die Tränen zu – überhaupt werde ich Gefühle zulassen und nicht in mich reinfressen, auch wenn ich dadurch immer und immer wieder verletzt werde. Ich bin aber einfach ein Herzmensch und werde das trotz allem bleiben.

Ich lasse mich nicht brechen – von niemandem!

Verstehen kann ich jetzt aber auf jeden Fall wie schnell manche Menschen dann eben in Depressionen abrutschen können, wenn ein Schicksalsschlag jemanden ereilt. Hätte ich mein Kind nicht und noch 2,3 besondere Menschen in meinem Leben – wer weiß – der Grad ist wahrscheinlich schmal dass man in Depressionen abrutscht. Verstehen kann ich jedenfalls solche Menschen jetzt.

Es gibt auch nichts was man da schönreden könnte… Ich versuche zwar meinen Kopf einzuschalten und mir zu sagen: Wenigstens durfte ich das erleben – fühlen – dieses Glück spüren, quasi das „Positive“ sehen.
Das erlebt auch nicht jeder „Pferdemensch“.
Unsere besondere Beziehung macht ja auch einen großen Teil von „Wege zur Harmonie mit dem Pferd“ aus – ohne Legolas wäre das Buch wahrscheinlich gar nicht so wundervoll geworden.
In Wahrheit ist er der Star vom Buch – er war ja auch mein Stern 🙂
Jetzt muss ich doch auch mal lächeln, bei der Erinnerung an ihn.
Die kann mir auch keiner nehmen.

Aber Fakt ist: es ist ungerecht, nicht positiv und ja das Leben kann manchmal so weh tun und richtig schwer sein. Meistens brauchen Menschen Pferde die ihnen helfen den richtigen Weg zu finden – manchmal jedoch brauchen auch gebeutelte Pferdeseelen besondere Menschen die ihnen wieder Licht und Liebe schenken, damit sie rein und klar heimgehen können.

Er hatte keine Angst als er gegangen ist, er war ganz ruhig und friedlich, er wusste das glaube ich schon die Tage vorher – ein kleiner Trost. Seine Seele war aber geheilt bei mir – nur sein Körper war einfach zu kaputt.
Ich hab ihm noch weinend den Kopf gestreichelt als er am Boden lag und irgendwie hatte ich das Gefühl er schaut zu und gibt mir Kraft. Wie immer völlig selbstlos und rein im Herzen. Ich schwöre euch er stand daneben und ja er gibt mir auch jetzt noch Kraft.
Wenn ich wieder völlig aufgelöst und kraftlos trauere – ist er da … und mir ist es voll egal was ihr denkt, ich spinne nicht…

Schwer ist es immer nur für die die da bleiben und es eben einfach nicht verstehen. Es reisst mir das Herz raus.
Endlich ist seine Seele glücklich und geheilt und was macht er? Er geht… UND ICH??? Ich bleibe wieder alleine zurück… wie so oft… Einfach so – aus dem Nichts –  Kronbein gebrochen und Sehne abgerissen. Bumm.

Alles was bleibt ist die schöne Erinnerung…
Solch eine Verbindung werde ich auch nie wieder zu einem Pferd haben. Das hat man nur einmal im Leben.
Viel Trauer hab ich schon erlebt, aber diesmal ist es anders… Als wäre ein Teil von mir auch gestorben.

Mein Leben wird weitergehen, ich trage die Verantwortung für mein Kind und andere Tiere.
Ich bin stark, oder versuche stark zu sein, ich werde funktionieren und ja der Schmerz wird nachlassen – ja, der Schmerz wird mich auch immer wieder plötzlich einholen, aber er wird nachlassen.
„Amoi seg` ma uns wieder“

Viele werden diese tiefe Trauer nicht verstehen weil die denken er war ja nur ein Pferd… danke dass ich dieses positive Freundschaftsgefühl erleben durfte.

In Wahrheit war er ein (mein) Engel auf Erden.
RIP Lord Legolas

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens
(Nietzsche 1844 – 1900)

Linktipp: Trauerbewältigung – Wie kommt man damit zurecht wenn das HErzenspferd gehen muss?

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