Wer sitzt INNEN, wer sitzt AUSSEN bei Travers und Co?

Schenkelweichen, Schulter herein, und Travers, …
oft ein heiss diskutiertes Thema auf der Facebook Seite von FRC.

Es gibt ja verschiedene Arten diese Lektionen zu sitzen.
Manche sitzen innen, also in die Bewegungsrichtung, andere sitzen vermehrt auf dem äusseren Gesäßknochen.

Spannend ist es auf jeden Fall wie jeder einzelne diese Lektionen sitzt und auch warum.

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Aber was ist jetzt richtig?
Wie so oft gibt es beim Reiten kein richtig oder falsch.
Es ist einfach verschieden je nach Art der Reitweise.
Die Gewichtsverteilung des Reiters erfolgt durch seinen SITZ , wobei in der deutschen Schule „innen“ mehr Gewicht liegen soll, in der iberischen und französischen Schule hingegen „außen“.

Ich werde jetzt nicht behaupten meine Art diese Lektionen zu reiten ist richtig, es ist nur so dass es mir so leichter fällt und ich es logischer finde aussen zu sitzen. Ich habe einfach das Gefühl dass so die innere Schulter nicht blockiert wird und es dem Pferd leichter fällt sich seitwärts zu biegen. Vielleicht ist mir das aber auch einfach über die Jahre so eingebläut worden, ich weiß es nicht, aber ich finde es einfacher und logischer.
Ich versuche auch nicht immer zwingend mit zudrehen, sondern ich versuche gerade sitzen zu bleiben und nur über den Schenkel zu biegen.
Natürlich reite ich auch bei Reitlehrern die mir sagen: „Dreh dich in die Bewegungsrichtung „, das sagt mir aber nicht zu.
Es ist aber eben verschieden.
Ich hab 2 Reitlehrer die eben auch „außen“ sitzen und zwei Reitlehrer (bei denen ich nicht so oft reite – die aber auch super unterrichten) die innen sitzen.
Es herrscht einfach keine Einigkeit unter den Reitlehrern bezüglich des Sitzes bei den Seitengängen. Die „FN Reiter“ und die „klassischen Reiter“ sitzen einfach unterschiedlich.

Beides funktioniert offensichtlich, sieht man auch bei den Sportreitern, manche sitzen innen, manche aussen. Schaut mal genau hin 🙂
Beim Schenkelweichen sitze ich einfach nur gerade drauf und schaue ob mein Pferd den seitwärts- vermehrt- treibenden Schenkel annimmt, hier gibt’s ja auch KEINE Stellung und Biegung.

Allgemeine Definition der Seitengänge:

Als Seitengänge werden vorwärts-seitwärts- Bewegungen mit gleichmässiger Längsbiegung bezeichnet, die in entsprechender Versammlung geritten werden sollen.
Takt, Tempo und Bewegungsfluss (Schwung)  bleiben erhalten.

Insofern gehören alle Formen des Schenkelweichens nicht zu den Seitengängen, da das Pferd hierbei nur gestellt, aber nicht gebogen ist und auch nicht versammelt sein muss.

Als Seitengänge werden die Lektionen Schulter herein, Travers, Renvers und die Traversalen bezeichnet.

Ausgangspunkt für die Seitengänge ist die korrekte Längsbiegung auf gebogenen Hufschlaglinien.
Das Pferd muss sich dabei um den inneren Schenkel biegen lassen, an den äußeren Zügel herantreten und halbe Paraden willig annehmen.

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Nehmen wir mal 2 Reitexperten die jeder kennt:
Philippe Karl und Bent Branderup:

PK sagt:
„Philippe Karls Grundsatz „Balance vor Biegung“ überzeugt mich. Er meint damit in Bezug auf die Seitengänge: „Da sich das Pferd im Schulterherein in Richtung seiner äusseren Schulter bewegt, muss der Reiter nach aussen sitzen, um mit der Bewegung des Pferdes im Einklang zu bleiben.“ Karls Gedanken über die Gewichtshilfen sind anatomisch und physiologisch, wie auch biomechanisch hinterlegt und nachvollziehbar.“

BB über Travers:
Branderup:
„Das Pferd bewegt sich nach rechts, indem es um sein rechtes Hinterbein herum wendet. Es belastet also vermehrt das innere Hinterbein. Der Reiter sitzt nach rechts. Diese Übung fördert das Kreuzen der Vorderbeine und die Versammlung.
Hilfengebung: Der Schwerpunkt wird nach vorne innen verlagert: zum einen um das Pferd um den inneren Sitzknochen zu biegen, zum anderen um eine statische Verlagerung in die Bewegungsrichtung zu erreichen. “

Auch hier sagt einer der Experten INNEN und einer AUSSEN…
Jeder sollte es einfach für sich ausprobieren und für sich den leichtesten Weg nehmen.
Es ist ja auch das Zusammenspiel aller Hilfen und nicht nur die Belastung der GK innen oder aussen…

Ich reite Travers auch mal gerne im leicht traben oder leichten sitz , einfach mal ganz locker…
Seitengänge sind sehr wichtig bei der Dressurarbeit und nicht zu vernachlässigen, auch schon im Schritt anfangs um das Pferd zu lösen.
Ob ihr innen oder aussen sitzt hängt einfach von der Reitweise oder dem Reitlehrer ab.
Trotzdem finde ich es sehr spannend wenn die verschiedenen Reitweisen der Lektionen erläutert werden und auch das WARUM der eine so sitzt und der andere so.

Ich finde es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ , weil eben beides funktioniert und wer weiß schon was richtig oder falsch ist?

Text: Daniela Geiger

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